Bereits zehn Jahre nach der Erbauung im Jahre 1748 ist die Pöstlingbergkirche bereits abgebrannt, Großbrände folgten 1919 und 1963.
1919 musste die Bergbahn Sonderfahrten einlegen, um die Schaulustigen zu befördern.
Am 31. Mai 1963 wurde der Brand bei Renovierungsarbeiten durch eine Lötlampe ausgelöst.
Auch beim Brand von 1963 blieb wie durch ein Wunder das Innere der Kirche beinahe unbeschädigt, sodass sowohl die Gottesdienste zu Pfingsten als auch mehrere Hochzeiten zwei Tage nach dem Brand abgehalten werden konnten.

Der Brand der Pöstlingbergkirche

Das flammende Linzer Wahrzeichen lockte scharenweise Neugierige auf den Pöstlingberg

 

 

Wir kennen die Pöstlingbergbahn als beschauliche Tramway auf den Linzer Hausberg. Eine gemütliche Fahrt ist Bestandteil eines jeden Ausflugs. So ist es heute kaum mehr vorstellbar, dass sie einst der Feuerwehr als Transportmittel zum Einsatz diente.

 

Schweres Unwetter

Am Abend des 17. Mai 1919 tobte ein ungewöhnlich heftiges Gewitter über der Stadt. Aufgrund ihrer exponierten Lage wurde die Ortschaft Pöstlingberg am schwersten von den Unwettern heimgesucht. Schon in den 1890er Jahren hatte der Blitzschlag Schäden an der Kirche angerichtet, die aber zu dem, was nun kommen sollte, verschwindend gering waren.

 

Wenige Minuten vor halb acht Uhr abends schlug der Blitz mit einer solchen Wucht in die elektrischen Leitungen des Pfarrhofes ein, dass sogar die Zählerkästen aus ihrer Wandverankerung gerissen wurden und 22 Fensterscheiben zu Bruch gingen. Nun war die gesamte Ortschaft ohne Strom, als ein zweiter Blitzstrahl ein Feuer am Dach des Presbyteriums entfachte. Das Schindeldach gab ihm Nahrung. Bald stand das gesamte Dachgestühl in Flammen und ergriff auch den linken Turm.

 

Die Ortsfeuerwehr war bereits ausgerückt und stand bis zum Eintreffen der Feuerwehr Lichtenberg allein im Kampf. Endlich kam auch Verstärkung aus Linz und Urfahr. Viele Schaulustige. Beim Bergbahnhof hatte man die Motorwägen requiriert und sich dabei gegen Menschenmassen, die als Schaulustige ebenfalls auf den Berg wollten, durchsetzen müssen. Die Dampfspritzen kamen mit Pferdebespannung nach. Die Volkswehr versuchte indes, das neugierige Publikum zu bändigen, welches sämtliche Zufahrten zum Brandplatz blockierte. Am Brandplatz erschien ebenso der Linzer Bürgermeister Karl Sadleder; auch Bischof Rudolph Hittmair bemühte sich zu Fuß mit seinen beiden Sekretären auf den Pöstlingberg.

 

Die Löscharbeiten dauerten bis ein Uhr nachts. Den Feuerwehren war es in dieser relativ kurzen Zeit immerhin gelungen, das Innere der Wallfahrtskirche, die Seitenkapelle sowie das wertvolle Inventar zu schützen. Wie glücklich der Brand letztendlich ausgegangen ist, beweist die Tatsache, dass schon am Morgen wieder eine Heilige Messe – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit – gelesen werden konnte. Lediglich die letzte, von den Metallsammlungen des Krieges verschonte Glocke, war geschmolzen und genauso wie das gesamte Dach zerstört. Im Laufe des Sonntags entwickelte sich der Schauplatz zum Anziehungspunkt für Gaffer. Die Bergbahn musste dafür sogar den unüblichen  Zehnminutentakt aufnehmen.

 

Brand durch Renovierungsarbeiten

Im gleichen Monat, 44 Jahre später am 31. Mai 1963 um 13.42 Uhr, langten bei der Linzer Feuerwehr mehrere Notrufe ein, sie lauteten: „Brand des Kirchturmes auf dem Pöstlingberg!“ Der Südturm der Kirche war im Jahr zuvor mit Kupferblech verkleidet worden. Beim Nordturm waren die Arbeiten gerade im Gange, weshalb der obere Teil des nun brennenden Bauwerks eingerüstet war.

 

Als die Feuerwehr eintraf, brannte sowohl die Turmkonstruktion als auch das Gerüst lichterloh. Flammendes Inferno. Es entfaltete sich ein Feuersturm, der bei heftigem Ostwind über das Dach des Kirchenschiffes zog. Bald war der größte Teil der Eternitdeckung durch die Hitzeeinwirkung zersprungen und krachend auf die Umfahrungswege der Kirche heruntergestürzt. Damit brannten aber auch sofort sämtliche Dachlatten einschließlich aller Sparren, die etwa 600 m2 überspannten. Der FF Pöstlingberg war es mittlerweile  gelungen, das mit Kupferblech gedeckte Dach über dem Uhrenraum zwischen den beiden Türmen zu löschen. Nun ging die Berufsfeuerwehr Rohr um Rohr vor. Herabfallende Glut zeigte den Weg zum  Brandnest im Nordturm. Doch dieser glich einem weiß glühenden Feuerungsraum.

 

Den Mannschaften gelang es trotz mutigstem Einsatz nicht mehr, dem Turmbrand Einhalt zu gebieten. Diese Löschgruppe kämpfte unter den schwierigsten Bedingungen. Ein Einsatz war nicht mehr möglich. Herabtropfendes, geschmolzenes Kupfer, glühende Eisenschrauben und Klammern, brennende Holzbalken und heißes Wasser gefährdeten oder verletzten die Männer. Eines der beiden Rohre musste abwechselnd zum Nasshalten der auf einer Leiter stehenden Löschmannschaften und zum Freihalten des Rückzugsweges durch die  Glockenstube verwendet werden.

 

Einsturz des Nordturms

Kurze Zeit später stürzte der Nordtum ein. Die Mannschaften hatten sich jedoch noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Um 18.00 Uhr war der Brand lokalisiert, doch schon wurde Rauchaustritt aus dem Süturm gemeldet. Ein Angriff konnte wegen der blechummantelten Holzkonstruktion jedoch nur von außen erfolgen. Unter schwierigsten Bedingungen gelang es Franz Czejka, diese zu öffnen. Damit wurde der Südturm in letzter Minute gerettet.