Brautradition am Donaustrom.
Der Elisabeth Kai, bis 1840 noch als Brauhauslände bezeichnet, heute Untere Donaulände.
In der Bildmitte das Stadtbrauhaus, links das Gasthaus „Zur Blauen Donau“ (um 1910).


Das städtische Bräuhaus befand sich an der Unteren Donaulände 28. 1869 kam es in den Besitz der Brüder Hatschek. 1973 musste das barocke Gebäude zu Gunsten dem Oberbankgebäude weichen.


Werbung der Gebrüder Hatschek für ihr Lagerbier, 1870.


Im Stadtbrauhaus befand sich auch ein dazugehöriges Gasthaus, es war als Brauhausschank oder später als Stadtbrauhaus-Restauration bekannt.



Zwischen DAMALS & HEUTE

Zeitreisen mit Heimatforscher Manfred Carrington

 

Ein Brauhaus an der Donaulände sollte einst die Stadtkasse klingeln lassen

Nachdem in unser Region durch die Klimaverschlechterung der Weinbau zurückging und den Wein verteuerte, trat das Bier, das geschmacklich stetig verbessert wurde, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts seinen Siegeszug an.

Bereits im Jahre 1362 erteilte Erzherzog Rudolf IV. von Österreich den Linzern das Bannmeilenrecht: „niemands um Linz inwendig einer ganzen Meil kein Schankhaus seyn darf.“

Auch in Linz hatte, wie in jeder anderen Stadt des Landes, ein jeder Vollbürger das Braurecht auf seinem Haus. Nahe dem Wasser an der Unteren Donaulände, die bis 1840 „Brauhauslände“ hieß, entstanden die ersten Brauereien.

Die Lage war günstig: einerseits gab es die Donau für den Gütertransport, andererseits wurde die Innenstadt bei entstehendem Feuer durch die Windrichtung nicht gefährdet. Eine eingemauerte Marmortafel am Eingangstor des Hauses Adlergasse Nr. 8 mit Zunftzeichen, Familienwappen und der Inschrift „Das paw hat volpracht wenczla prewer purger czw lincz 1463“ bezeugte einst den Standort einer der ältesten Linzer Brauereien. In diesem Haus befand sich – bis es 1939 abgetragen wurde – das Gasthaus „Zum Goldenen Adler“. 

 

Einfallsreiches Linz

Um die Stadtkassen zu füllen und die Biererzeugung zu monopolisieren, errichtete die Linzer Stadtkommune ein eigenes Stadtbrauhaus.

Solche Kommunen waren zu dieser Zeit in unseren Breiten häufig zu finden.

Sie lösten die häusliche Brautätigkeit ab, wobei entweder die Bürger selber oder bestellte Braumeister das Bier brauten. Das damals an der heutigen Donaulände errichtete Linzer Brauhaus ging 1638 in Betrieb. In manchen Quellen ist jedoch bereits ab 1509 von einem Linzer Stadtbräuhaus die Rede, das nach dem großen Brand errichtet worden sein soll.

Es gab zudem ein eigenes „Preu-Ambt“, welches die Brauerei in qualitativer und ökonomischer Hinsicht überwachen sollte. Anhand dieses Beispiels zeigt sich auch, dass das Braugewerbe schon seit dem Ende des Mittelalters Prozesse der Kapitalisierung und Industrialisierung einleitete, wie sie in anderen Branchen später folgten.

 

Märzenbier gegen Brandgefahr

Das Linzer Brauhaus wurde mehrmals vergrößert, vor allem 1719.

Im Haus selbst befand sich ein dazugehöriges Gasthaus sowie ein Märzenkeller, dessen besondere Qualität schon damals Erwähnung fand.

Bis zum Jahre 1830 durfte Bier nur in den Monaten Oktober bis März erzeugt werden, Hauptgrund war die erhöhte Brandgefahr beim Biersieden in den Sommermonaten. Um bis in den Herbst genügend Bier auf Lager zu haben, braute man im März ein besonderes, haltbares Bier. Das gelang unter anderem durch Erhöhung des Alkohols. Dieses Märzenbier wurde in Kleingebinde abgefüllt und in geeigneten Kellern gelagert, die Märzenkeller genannt wurden.

 

Getrennte und neue Wege

Ihr neuer Lebensmittelpunkt wurde nun Linz. Erfolgreich wurde dort der neuerworbene Betrieb saniert und die Brauhausschank (Untere Donaulände 30) verpachtet, ebenso der neu umgestaltete ehemalige städtische Märzenkeller beim Stockhof. 1875 ließen die Brüder Jakob und Filipp Hatschek am Fuße des Freinberges in der Kapuzinerstraße eine neue Brauereianlage errichten. Das Stadtbrauhaus diente nur noch als Lager, lediglich die Brauhausschank wurde weitergeführt.

 

1892 wurde die Hatschek-Brauerei in die „Linzer Aktienbrauerei und Malzfabrik” umgewandelt. Im Herbst 1921 schließlich gründete die Linzer Aktienbrauerei und Malzfabrik gemeinsam mit anderen Brauereien und Banken die Braubank A.G. Diese hatte den Zweck, die Aktien der genannten Brauereien zu übernehmen.

1925 erfolgte schließlich die Fusion der genannten Brauereien mit der Braubank A.G., deren Firmenname in Österreichische Brau A.G. geändert wurde. Die Zentralverwaltung der Gesellschaft hatte ihren Sitz im alten Stadtbrauhaus an der Unteren Donaulände 28. 1955 folgte der Umzug in das Eder-Hochhaus (Ecke Landstraße/Langgasse).

1875 ließen die Brüder Jakob und Filipp Hatschek am Fuße des Freinberges Kapuzinerstraße eine neue Brauereianlage errichten. Das Stadtbrauhaus an der Donaulände diente nur mehr als Lager, nur die Brauhausschank wurde weitergeführt.


Anfang März 1887 schied Jacob Hatschek aus dem Unternehmen, seine Anteile übernahm sein Schwiegersohn Ludwig Weiß, als weiterer Gesellschafter trat Ludwig Hatschek, der Sohn von Filipp Hatschek, in das Unternehmen ein.
Ludwig Hatschek stieg 1890 nachdem es mit seinem Schwager zu Zerwürfnisse kam aus dem Unternehmen aus und liess sich von seinem Vater Philipp Hatschek seinem Anteil auszahlen. Drei Jahre später erwarb er eine Fabrik für Asbestwaren in Vöcklabruck und wurde Erfindung des Asbestzements ("Eternit").

 

Um 1920: Zwischen dem Taubstummeninstitut am Fuß des Freinbergs und dem Salesianum an seinen Hängen befand sich die Linzer Actien-Brauerei und Malzfabrik.

Sie wurde 1892/93 durch Vereinigung des Braubetriebs der Gebrüder Hatschek mit dem Linzer Stadtbräuhaus gegründet. In die Hänge des Jungbauerngutes sind die Kapuzinerstollen getrieben. Den Berg bekrönt das heute noch bestehende Kollegium Aloisianum, welches seit 1912 als Gymnasium geführt wird. Um den Orden der Jesuiten wieder nach Linz zu holen, bot ihnen Ehz. Maximilian den Probeturm seiner Befestigungslinie an. Sie nahmen das Geschenk aber erst nach vielen Umbauten 1837 an.

 

Bierkrawall in Linz
Aufgrund einer schlechten Gersteernte erhöhten die Brauereien ihre Bierpreise von 9 auf 10 Kreuzer pro Krügel, dies führte in Linz am 1. Mai 1874 zu einem Tumult. Rund 10.000 Menschen zogen gegen das Stadtbrauhaus der Gebrüder Hatschek. Alles wurde Kurz un Klein geschlagen, alle Möbel, Maschinen, Bierfässer und vieles mehr wurden in die Donau geworfen. Nachdem das Militär einschritt, zog die aufgeregte Menge hierauf in die Kellergasse zum Hatschek-Märzenkeller. Dort verriegelten jedoch bereits die Gendarmarie und eine Militärabteilung mit aufgepflanzten Bajonetten den Eingang ab und vertrieben die aufgebrachten Demonstranten.Am nächsten Tages reduzierten die Brüder Hatschek, das Bierpreis wieder auf den alten Preis.

Da der Märzenkeller im Stadtbrauhaus an der Donau nicht hochwassersicher war, nützte man dafür die Sandsteinstollen unterhalb des Bauernbergs beim Stockhof (Kellergasse 16 bzw. Bockgasse 2a). Im Jahr 1839 entstand an diesem idyllischen Platz auch eine Gaststätte, bekannt als der „Märzenkeller”.